Blackout – die Folgen

Welche Folgen hat ein Blackout?

Im letzten Beitrag konnte ich feststellen, dass die Gefahr eines Blackout nicht im Bereich der Verschwörungen anzusiedeln ist. In diesem Beitrag möchte ich auf einen Teil der Auswirkungen eingehen. Die Komplexität eines Blackout lässt sich nur schwer fassen. Elektrizität umfasst mittlerweile alle Lebensbereiche. Somit hat der Beitrag auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie sollen nur ein Bild bekommen, welche immense Folgen ein Blackout hervorruft und für sich dann eine Entscheidungsgrundlage erhalten, wie Sie für sich persönlich vorsorgen können.

Aufgrund der Komplexität der Auswirkungen werde ich den Beitrag in mehreren Teilen veröffentlichen. Machen Sie sich keine Sorge, Sie werden von allen Teilen mittel – oder unmittelbar betroffen sein.

Ein Blackout gliedert sich in 3 Phasen. Herbert Saurugg hat das auf seiner Homepage schön erläutert.

Phase 1
Strom fällt aus. Vollständiger Stillstand aller stromverbrauchenden Bereiche die nicht mit Akkus, bzw. Notstromanlagen weiter betrieben werden können. Der Beginn des Blackout. Dauer: Unbekannt

Phase 2
Ausfall der Telekommunikaton – nach 30 Minuten bis zu 5 Stunden sind die Notstromreserven der Mobilfunkmasten aufgebraucht. Auch die digitalen Festnetzanschlüsse sind dann nicht mehr in Betrieb.

Phase 3
Wiederhochfahren der Infrastruktur und Wiederherstellung der Versorgung. Je nach Ursache des Blackout und Auswirkung kann dies im günstigsten Fall bei kleinräumigen Blackout und ohne Schäden an den Stromerzeugungsanlagen in 24 bis 48 h funktionieren. Es kann jedoch auch Monate oder Jahre dauern, bis die Versorgung wieder vollständig hergestellt ist. Dies ist die größte Gefahr des Blackout. Niemand kann derzeit die Auswirkungen in Gänze abschätzen und dadurch eine Prognose abgeben, wie lange es dauert, bis die Auswirkungen behoben sind.

Gehen wir auf den Bereich des privaten Umfeldes ein:

Ohne Strom haben Sie im privaten Umfeld erstmal natürlich kein Licht, keine Möglichkeit zu kochen, keine Telekommunikation von Telefon bis Internet (der Router fällt ja gleich mit weg). Aber auch die Heizung schaltet sich ab. Sie haben kein Warmwasser mehr zur Verfügung und das Haus/die Wohnung kühlt aus. Im Winter haben Sie nach etwa 2 Tagen ohne Heizung etwa die Außentemperaturen in den Wohnräumen. Die Leitungen (falls Sie diese nicht ablassen) frieren auf. Spätestens nach dem wieder auftauen haben Sie massive Wasserschäden. Umgekehrt fallen auch die Kühlgeräte aus. Der Kühlschrank und die Gefriertruhe werden langsam warm. Nach etwa 24 h taut Ihre Tiefkühlkost auf und wird ungenießbar. In Mehrfamilienhäusern mit Aufzug fällt dieser aus. Ältere Anlagen bleiben einfach stehen. Das Treppenhaus ist unbeleuchtet und kann zur Stolperfalle werden. Die Haustürglocke funktioniert nicht mehr.

Je nach Kommune und spezifischer Wasserversorgung wird die Trinkwasserversorgung nach 24 bis 48 h zusammenbrechen. Die wenigsten kommunalen Anbieter haben Notstromversorgung in den Anlagen. Sind die Druckreserven aufgebraucht, kommt kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn. Sie sollten so schnell als möglich (je höher Sie wohnen, um so schneller), die Badewanne mit Wasser füllen, bzw. so viel als möglich Wasserreserven auffüllen. Notfalls sämtliche Eimer, Töpfe, Schüsseln, etc. mit Wasser füllen. Solange es noch geht! Rechnen Sie mit 2 bis 3 Liter Wasser pro Person und Tag. Wenn Sie 2 Wochen einkalkulieren, liegen Sie zumindest nicht sehr schlecht.

Bargeld wird sehr wichtig

Haben Sie keine Lebensmittel vorrätig, dann brauchen Sie viel Glück. Ohne Strom hat der überwiegende Teil der Supermärkte keine Möglichkeit das Geschäft weiter zu betreiben. Auch die Kühlanlagen der Supermärkte fallen aus. Die Waren verderben und dürfen nicht mehr verkauft werden. Der überwiegende Teil der Märkte ist über das Internet an das Kassen- und Warensystem angeschlossen. Mit dem Blackout fällt dieses sofort aus. Bezahlen geht, falls ein Markt noch offen hat, nur mit Bargeld.

Sind Sie auf Medikamente angewiesen, sollten Sie diese immer für mindestens 2 Wochen vorrätig haben. Bei einem Stromausfall werden auch die Apotheken in den Notfallmodus schalten. Viele Apotheken haben ein computergestütztes Lagersystem. Hier etwas zu finden, kann schnell zum Problem werden. Auch haben viele Apotheken nur noch relativ wenige Medikamente vorrätig. Der Nachschub wird jedoch mangels Kommunikationsmöglichkeiten sehr schnell abreißen. Medikamente die gekühlt werden müssen, werden wohl nicht mehr verfügbar sein. Sind Sie dauerhaft auf solche Medikamente angewiesen, ist die Investition in ein stromunabhängiges Kühlgerät wohl nicht die schlechteste Maßnahme.

Sollten Sie Einkäufe tätigen wollen/müssen (Medikamente z. B.) wäre ein gewisser Vorrat an Bargeld sehr hilfreich. Geldautomaten werden Ihnen nicht weiterhelfen können. Auch Banken (immer mehr Filialen werden geschlossen) werden sehr schnell an ihre Grenzen stoßen und die Geldausgabemenge wird wohl begrenzt werden. Und denken Sie daran, gerade in größeren Gemeinden oder in Städten sind Sie nicht alleine mit der Situation.

Im Notfall hilft nur noch Selbsthilfe

Brauchen Sie medizinische Hilfe, haben Sie einen Notfall, einen Brand, einen Einbruch, dann hoffen Sie nicht auf Hilfe von Notdiensten. Mit viel Glück wird in der Nähe eine Nothilfestation aufgebaut. Anrufen können Sie niemanden! Wenn es brennt, können Sie hoffen, dass die Feuerwehr über Löschteiche, oder Wasserstellen in der Umgebung verfügt. Aus der Leitung kommt die gleiche Menge wie aus Ihrem Wasserhahn. Falls es noch eine Feuerwehr gibt. Die Rettungskräfte sind auch Menschen und die haben in der Situation das gleiche Problem wie Sie. Und ich denke, da wird den Rettungskräften die eigene Familie doch vorgehen.

Man geht davon aus, dass in der ersten Zeit noch eine große Solidarität in der Bevölkerung herrscht. Dies wird sich, je nach Lage, jedoch schnell ändern. Haben Sie Nachbarn oder Mitbewohner, die auf Hilfe angewiesen sind, sollten Sie mit denen vorab bereits einen Plan erstellen, wie eine weitere Hilfeleistung möglich ist. Wenn die Lage sich nach wenigen Tagen weiter verschlechtert, weil Wasser und Lebensmittel zur Mangelware werden, vielleicht noch Gebäude evakuiert werden müssen, dann wird die Aggression in der Bevölkerung sehr schnell steigen. Idealerweise machen Sie sich dann “Unsichtbar”.

Sie sehen, das Leben wird von einer Sekunde zur nächsten eine radikale Wendung nehmen. Es ist niemand davon ausgenommen. Verwechseln Sie die Situation nicht mit lokalen Ereignissen wie z. B. das Oderhochwasser oder den Stromausfall im Münsterland. Hier konnte Hilfe aus der näheren Umgebung, bzw. aus dem restlichen Land hinzugezogen werden. Bei einem großflächigen Blackout (Bundesland, kompletter Staat oder im schlimmsten Falle ganz Europa) kommt diese nicht.

Sie sollen mit der Serie auch nicht in Panik versetzt werden. Ich bin an die Recherchen völlig neutral herangetreten. Ein gewisses Bild konnte ich mir selbst ausmalen. Wenn man sich weiter in das Thema vertieft, kommt man auf viele Bereiche des Lebens. Diese werde ich Ihnen in weiteren Artikeln vorstellen. Mein Ziel der Serie ist das Bewusstsein für jeden Einzelnen zu wecken. Jede Krise ist so groß wie die Vorbereitung, die dafür geschehen ist. Haben Sie Vorräte, haben Sie eine Heizmöglichkeit und für sich einen Plan, wie Sie ohne Strom auskommen können, wird die Krise für Sie nicht das existentielle Problem darstellen.

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