Herkulesstaude – Gefahr in der Natur

Vorsicht vor Vergiftungen durch Riesenbärenklau

Ein imposantes Gewächs, dass heute noch in Parks und Gärten kultiviert wird. Jedoch ist seine Verbreitung in unseren Breitengraden sehr umstritten. Gemeint ist der Riesen-Bärenklau oder auch Herkulesstaude (bot: Heracleum giganteum) genannt. Seine umstrittene Verbreitung und seine Gefahr für Menschen soll der Grund für diesen Artikel sein.

Blütenstand der Herkulesstaude

Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Westkaukasus. Dort ist das Verbreitungsgebiet in Uferzonen und Bergregionen. In solchen Zonen ist die Pflanze auch bei uns in der Natur vorzufinden. Nach Mitteleuropa wurde die Pflanze im 19. Jahrhundert importiert.

Die große Verbreitung wurde durch Empfehlungen gefördert, dass die Pflanze ein guter Pollenspender für die Bienen sein soll. Dies ist jedoch ein Trugschluss, da die Honigbienen die Pflanze nur sehr wenig anfliegen. Auch in der Forstwirtschaft wurde die Pflanze gefördert, da sie in wenig dichten Beständen eine gute Deckung für das Wild bieten sollte. So konnte sich die Pflanze in ganz Europa ausbreiten.

In den letzten Jahren musste man jedoch feststellen, dass sich die Pflanze sehr stark verbreitet und die heimische Natur verdrängt (Neophyten). Durch die Giftigkeit und die starken Wurzeln ist es ein großes Problem, dichte Bestände zurückzudrängen. In der Schweiz ist die Kultur der Pflanze mittlerweile verboten. Auch in Deutschland ist die Ausbringung der Pflanze nach dem Bundesnaturschutzgesetz genehmigungspflichtig.

Dichter Bestand in einer Flussaue

Die Bekämpfung der Pflanze geschieht hauptsächlich durch Heißwasser, oder Herbizide. Es wäre auch möglich, diese durch Abmähen auszurotten, allerdings ist dies durch die Giftigkeit nicht ungefährlich.

Pflanzensaft erzeugt phototoxische Wirkung

Beim Kontakt der Pflanze (und deren Saft) mit der Haut entstehen in Verbindung mit Licht schwere Verletzungen, ähnlich der von Verbrennungen. Diese Reaktionen können auch noch Tage nach dem Kontakt mit der Pflanze entstehen und gehen von Hautrötungen bis hin zu entzündlicher und schmerzhafter Blasenbildung. Bei empfindlichen Personen besteht bereits beim leichten Kontakt mit den Blättern die Gefahr von Hautrötungen.

Auch gibt es Berichte, dass an heißen Tagen bereits durch ausgasende Gifte der längere Aufenthalt in der Nähe der Pflanze zu Atemnot und Hautrötungen führen kann.

Das Gift der Pflanze enthält Furocumarine. Diese Gifte sind sehr reaktiv und gelten auch als Krebserregend. Die Gifte können sogar durch die Kleidung noch Schädigungen verursachen.

Gesundheitsschäden sogar durch Kleidung hindurch

Selbst Pflanzensäfte, die in die Kleidung dringen, können noch Schäden an der Haut verursachen. Deshalb sollte bei Arbeiten um und an der Pflanze ausschließlich Schutzkleidung aus Gummi getragen werden. Diese muss nach den Arbeiten unbedingt mit Wasser und Seife, besser Spiritus dekontaminiert werden.

Bei Kontakt mit der Pflanze oder dem Pflanzensaft sofort die betroffenen Körperteile gründlich mit Seife und Wasser abwaschen. Dabei ist darauf zu achten, dass keine anderen Körperteile mit dem ablaufenden Wasser in Berührung kommen. Bei Rötungen, Schwellungen, oder gar Blasenbildung sofort den Hausarzt aufsuchen.

Es gibt auch Berichte, nach denen Kinder die Stängel als Blasrohre verwendet haben. Hier sollten Sie Ihre Kinder unbedingt vor den Pflanzen warnen. Gerade bei Kindern und im Mundbereich kann das Gift fatale Folgen haben.

In Deutschland besteht für diese Pflanzen keine Meldepflicht. Einige Kommunen und auch Straßenbau-, bzw. Umweltbehörden gehen jedoch aktiv gegen diese Pflanzen vor. Sollten Sie solche Pflanzen in der Natur entdecken, dann ist es ratsam, diese bei der nächsten Kommunalverwaltung zu melden.

Wenn Sie die Pflanzen in Ihrem Garten vorfinden, wenden Sie sich zur Beseitigung an einen Gartenbaufachbetrieb. Dieser wird dafür Sorge tragen, dass die Pflanze fachgerecht entfernt und entsorgt wird.

Hier mein Video zum Thema:

Alle Bilder eigene Aufnahmen.

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