Hochwasserrisiko im Blackout

Läuft das Ruhrgebiet im Blackout voll?

Eine nette Zuschauerin auf unserem YouTube-Kanal hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass im Ruhrgebiet die alten Bergwerksschächte und -stollen für die “Ewigkeit” ausgepumpt werden müssen. Aber auch abgesenkte Gebiete werden ständig ausgepumpt. Wird das nicht gemacht, besteht die Gefahr von Überflutungen. Ist das Gebiet Blackoutsicher und kann der Fall eintreten?

brown wooden table and chairs
Photo by Markus Spiske on Pexels.com

Zuständig für die sogenannte “Ewigkeitsaufgabe” ist die RAG. Mit dem Jahr 2018 stellte diese nach rund 400 Jahren die Förderung der Steinkohle ein. Nach Informationen der Seite “zechenkarte.de” verzeichnet diese etwa 1049 Schächte. Jedoch weisen die Betreiber auch darauf hin, dass dies wohl noch lange nicht alle Schächte seien. Schaut man sich die Karte an, findet man die wohl am dichtest besiedelste Region in Deutschland. Wikipedia gibt derzeit etwa 5,1 Millionen Einwohner an. Auf der Karte sind die Schächte über die gesamte Region verteilt. Nimmt man dazu die einzelnen Stollen, kann man wohl sagen, dass die komplette Region mit einem Netz von Stollen durchzogen ist.

Grubenwasser muss für die “Ewigkeit” gepumpt werden

Speziell in NRW muss die RAG nun in den nächsten Jahren etwa 70 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr aus den diversen Anlagen in verschiedene Flüsse pumpen. Dies entspricht pro Tag fast 200 000 Kubikmeter oder 200.000.000 Liter.

Derzeit gibt es nach Angaben der RAG 11 Wasserhaltungsstandorte in der Region Ruhr. Der Hauptzweck der Pumpstationen besteht darin, das sog. Grubenwasser welches mit Salzen und Mineralien angereichert ist, nicht in den Grundwasserhorizont ansteigen zu lassen. Sonst würde sich das Grundwasser (Trinkwasser) mit dem Grubenwasser mischen und wäre für eine Trinkwassernutzung nicht mehr zu gebrauchen.

Ein weiterer Aspekt der Pumpaufgaben ist die Absenkung des sog. Deckgebirges in sog. Muldensättel um teilweise bis zu 20 m. In nicht bergmännischer Sprache bedeutet das, das sich durch den Bergbau die Oberfläche um bis zu 20 m abgesenkt hat. Dies betrifft natürlich auch Bäche und Flüsse die sich im Laufe der Jahrtausende gebildet und für den Abfluss von Oberflächenwasser gesorgt hatten. Diese liegen nun tiefer als der Hauptfluss Rhein, der als Hauptwasserader die Sammelfunktion übernimmt.

sky clouds building industry
Photo by Pixabay on Pexels.com

Durch Bergbauabsenkungen müssen viele Flächen trocken gehalten werden

Hierzu wurden im Ruhrgebiet verschiedene Wasserverbände gegründet. Deren Aufgabe ist es, die Flächen trocken zu halten. Aber auch Polderflächen zu bewirtschaften.

Im Falle eines Stromausfalls und damit auch Ausfall der Pumpen würde in kurzer Zeit von wahrscheinlich wenigen Tagen bis hin zu einigen Wochen der Wasserstand ansteigen. Städte wie Oberhausen, Gladbeck, Herden, Dortmund, Recklinghausen, Essen, etc. würden überflutet werden. Wie lange dies dauern würde, lässt sich im Prinzip nicht berechnen da es von Witterungseinflüssen abhängt.

Als Beispiel für den Stromverbrauch einer Pumpe nennt die RAG hier die Pumpe in Marl. Diese entwässert eine Fläche von rund 8000 Hektar. Sie kann pro Sekunde 20.000 Liter pumpen. Dabei sind jedoch 3840 Kilowatt an Leistung nötig. Fällt der Strom aus, bringt auch diese Pumpe eine Leistung von 0.

Im Ruhrgebiet gibt es nach RAG-Angaben 600 Polteranlagen. Pro Jahr werden dort etwa 1 Millarde Kubikmeter Wasser gepumpt. Dies entspricht einer Tagesleistung von rund 2,7 Millionen Kubikmeter Wasser. Ohne Strom ist hier eine Überflutung nicht abzuwenden. Und “Notstrom” ist aufgrund der benötigten Leistung nicht möglich.

Was kann ich als Bewohner der Region machen?

Hier hilft im Notfall nur die Flucht. Wenn das Wasser steigt, wird es einfach zu viele Menschen betreffen. Die Behörden werden – wie man im Beispiel der Hochwasserkatastrophe an der Region um die Ahr sehen kann – völlig überfordert sein, bzw. im Falle eines Blackout schlicht nicht mehr vorhanden.

In der Region wird dann durch die dichte Besiedlung wohl auch kein Fahrzeugverkehr mehr möglich sein. Hier hilft es nur, einen Fluchtrucksack zu haben und die Region möglichst schnell zu verlassen. Dazu sollte man die Möglichkeit geschaffen haben, möglichst Autark zu leben. Hängematte und Überdachung. Notnahrung und Wasserfilter. Einen Artikel über einen Fluchtrucksack finden Sie hier im Blog. https://dervomwalnussbaum.de/der-fluchtrucksack/

Beispiele für eine Ausrüstung eines Fluchtrucksackes finden Sie hier*: https://amzn.to/2Vgk0F9

Im Falle einer Überflutung von Regionen wie Oberhausen, Essen, etc. wird sicherlich Panik ausbrechen. In dieser Zeit sollte man bereits möglichst weit in eine schwach besiedelte Region ausgewichen sein.

Aber auch Bewohner von Küstenregionen sei es angeraten, sich mit der örtlichen Situation zu beschäftigen. Möglicherweise leben Sie auch in Gebieten die nur durch Pumpmaßnahmen trocken gehalten werden und bei einem Blackoutfall oder einem längeren Stromausfall akut von Überflutung betroffen wären.

https://youtu.be/Bkiii2IBgrY
Den Beitrag sicher teilen:

Spread the word. Share this post!

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.